Freitag, 10. Juli 2009

Café Emily Unberechenbar: Wer starb auf dem Platz des Himmlischen Friedens?

Vor 20 Jahren ließ die chinesische Regierung am 4. Juni 1989 die Bewegung vom Platz des Himmlischen Friedens vom Militär blutig niederschlagen. Bis heute ist dieser “Zwischenfall” in China tabuisiert. Westliche Medien thematisieren vor allem das Handeln der chinesischen Regierung, ihre Motive und internen Spaltungen. Die zerschlagene Bewegung wird oft nur als Anlass dieses Handelns und verkürzt als antikommunistische, studentische Demokratiebewegung wahrgenommen. Folgerichtig werden als Zeitzeugen nur die studentischen Wortführer der Bewegung herangezogen.
In den Hintergrund tritt bei dieser Betrachtung, dass die unterdrückten Proteste Teil einer Bewegung waren, die AnhängerInnen aus allen Schichten der chinesischen Bevölkerung mobilisieren konnte - darunter auch die ArbeiterInnen, die das “chinesische Wirtschaftswunder” schufen und denen das Recht auf gewerkschaftliche Interessenvertretung weiterhin vorenthalten wird.
Deshalb wollen wir zum traurigen Jubiläum auf diese Bewegung, ihre Stärke aber auch ihre Widersprüche zurückblicken. 

In Kooperation mit der Linken Liste Dortmund. 
 

Wann: Samstag, den 18.07.2009 um 20:00 Uhr 
Wo: Soziales Zentrum Bochum, www.sz-bochum.de

Freitag, 29. Mai 2009

Café Emily unberechenBar presents: “Strike Bike - Eine Belegschaft wird rebellisch"

ReferentIn vom RSB

Im Jahr 2007 besetzte die Belegschaft des Fahrradwerks Bike Systems in Nordhausen fast vier Monate lang den Betrieb. Eine Woche lang produzierten sie im Rahmen dieser Besetzung in eigener Regie und Verantwortung 1800 “Strike Bikes” im Oktober `07. Sie bewiesen sich selbst und aller Welt damit, dass eine selbstverwaltete Produktion in einer Fabrik mitten in Deutschland möglich ist. Viele hörten von dieser Besetzung, konnten aber nicht vor Ort sein und unterstützen.
Der Film “Strike Bike - Eine Belegschaft wird rebellisch” liefert Informationen und Eindrücke des Arbeitskampfes, indem die Arbeiterinnen und Arbeiter selbst zu Wort kommen und ihre Geschichte erzählen. Sie berichten über die Schwierigkeit, eine Betriebsbesetzung zu organisieren, und wie die Idee geboren wurde, ein Fahrrad zu produzieren. Ebenso geben sie Auskunft darüber, warum zunächst einmal nach nur einer Woche wieder Schluss war.
Statt einfache Antworten zu geben, wirft der Film mehr als folgende Fragen auf, die schon reichlich Diskussionsstoff bieten. Fragen zur IG Metall, die zunächst sofort vor Ort ist und viel Organisatorisches zur Unterstützung der BesetzerInnen regelt, auch bei Verhandlungen berät, aber dann die versprochenen Kredite für die frisch eingetretenen Mitglieder nicht gewährt. Die aber auch der Produktion eines Strike Bike skeptisch gegenübersteht, weil der Vorschlag und die Unterstützung aus der politisch “falschen”, zu linken Ecke kommen. Auch die Strukturen der Großorganisation, in der zu viele gefragt werden wollen, stehen in der Kritik.
Fragen zur Funktion der Selbstverwaltung. Ist sie nur Kampfmaßnahme oder taugt sie als durchgehendes Gesellschaftsmodell einer nichtkapitalistischen Gesellschaft? Und wenn ja, ist sie bei einer weltweiten Arbeitsteilung, wo z.B. die Fahrradrahmen im fernen China produziert werden, überhaupt möglich? …


Wann: Samstag, den 06.06.2009 um 20:00 Uhr

Wo: Soziales Zentrum, Josephstr.2 /Ecke Schmechtingstr., 44791 Bochum
http://www.sz-bochum.de


Mehr Informationen rund um das Thema:

www.rsb4.de/index.php
www.fau.org/soli/strike-bike
www.labournet.de/branchen/sonstige/fahrzeug/bikesystems.html 

Von römischen Verrätern und deutschen Mythen

Geschichte gilt gemeinhin als langweilig. Selbst ein vergleichsweise erfolgreiches Medienformat wie die ZDF-Serie History findet Zuspruch vor allem bei der älteren Generation, welcher auf die Füße zu treten das ZDF denn auch scheut wie der Teufel das Weihwasser: Bleiben sie uns treu, liebe Hitlerjungen und Arbeitsmaiden, wir tun ihnen schon nichts.

Im Jahre 2009 jedoch ist plötzlich alles anders. Ausgerechnet ein Thema aus dem schon allein durch den Lateinunterricht unbeliebtesten Segment der Geschichte, der Alten Geschichte, findet Interesse wie selten ein historisches Thema: Die Niederlage des römischen Feldherrn Varus im Jahre 9 unserer Zeitrechnung.

Gleich drei Ausstellungen samt umfangreichem museumspädagogischem Angebot bis hin zu erlebnispädagogischer Experimentalarchäologie, allesamt unter der Schirmherrschaft der Kanzlerin, befassen sich mit der „Schlacht im Teutoburger Wald“, flankiert von einer umfassenden Berichterstattung in den Medien.

Eine mögliche Erklärung findet das gegenwärtige Interesse an der Varusschlacht in der Umdeutung der Geschichte durch den deutschen Nationalismus und seine Vorläuferbewegungen seit der Renaissance. Aus dem römischen Offiziers Arminius, der Verrat begeht an seinen Mitstreitern und den Menschen, die ihn aufgezogen, ausgebildet und in den Ritterstand erhoben haben und aus deren Hand er die Aufgabe, römische Hilfstruppen zu führen übernahm, wird in ihrer Lesart ein aufrechter Held und Freiheitskämpfer, genannt „Herrmann der Cherusker“. Und aus dem von ihm zusammengewürfelten fragile Bündnis von einander feindlichen Völkerschaften, die von den Römern mit der Sammelbezeichnung „Germanen“ versehen wurden, wird in dieser Lügengeschichte die deutsche Nation, welche mit der „Herrmannsschlacht“ siegreich in die Geschichte eintritt. 

Grund genug, auf eine Radiodokumentation hinzuweisen, die dem deutschen Nationalmythos Herrmann auf den Grund geht.

www.ard-mediathek.de/ard/servlet/content/2419392

weitere Informationen:

Varusschlacht-Abrechnung mit einem Mythos von Harald Eggebrecht

Tagung „Die Erfindung der Deutschen. Rezeption der Varusschlacht und die Mystifizierung der Germanen“ am 3. Juli 2009, Veranstalterin: Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln in Kooperation mit dem Römisch-Germanischen Museum Köln
 

Demnächst im Sozialen Zentrum Bochum: Café Emily unberechenBar

Das Café in Zeiten der Krise 

Die Krise der Wirtschaft erweist sich mehr und mehr auch als eine Krise der Linken. Nicht nur, dass sich in den Medien der Linken nichts schlaues zu diesem Thema findet, auch die von einer Linken präferierten Lösungsvorschläge werden von den Regierungen durch schlichtes Anwenden enteignet. Und von den von Links geforderten Enteignungen, etwa der Stromkonzerne, ist nicht mehr die Rede. 

Insbesondere das Attac-Netzwerk, welches vor Jahren noch Aussicht versprach, als gemeinsame Plattform für Linke, exilierte SozialdemokratInnen und Umweltbewegte eine Linke zum Eingreifen in gesellschaftliche Entwicklungen zu befähigen, steht als regelrecht überflüssig da. Auf “die Banker” schimpfen und auf den Staat hoffen, das machen schließlich alle. So dass ein Sven Gigold auch guten Gewissens zu den Grünen überlaufen kann. Oder andere AktivstInnen, welche die Nähe zur Staatsmacht nicht scheuen, eben zu anderen Parteien. 

Für eine Linke, die sich Gehör verschaffen und eingreifen will, besteht Diskussionsbedarf. Die Bochumer attac-Campusgruppe hat sich daher entschlossen, gemeinsam mit attac-fernen Menschen ein neues Café im Bochumer Sozialen Zentrum zu eröffnen. Kommt vorbei und überlegt mit, wenn ihr der Meinung seid, das Recht haben alleine nicht reicht und die Staatsmacht nicht die Lösung ist. 

Unser Café wird von zwölfjährigen Mädchen mit Spielzeugzwillen bewacht, die langhaarige und bärtige “68er-LehrerInnen aus anliegenden Gesamtschulen” freundlicherweise rekrutiert haben. Nach Auffassung Bochumer Staatsanwälte besteht also Lebensgefahr. 

Bahamiten und Wahabiten wollen wir lieber nicht. Grüne dürfen vorbeikommen, wenn sie versprechen, immer zu tun, was Sven Gigold ihnen sagt. “KameradInnen” jeglicher Couleur haben definititiv keinen Zutritt. 

Wann & Wo: 

Regelmäßig jeweils am 1. und 3. Samstag ab 20:00 Uhr im Monat im Bochumer Sozialen Zentrum. 

www.sz-bochum.de

Das Rheinland campt antifaschistisch


Zum zweiten Mal findet das Antifa-Camp im Rheinland statt.

Kein Sommer ohne Antifa! Das Antifa Camp im Rheinland geht in die nächste Runde... 


Es ist soweit, Ihr könnt Euch für das Antifa Camp im Rheinland anmelden. 
Das Camp beginnt am Mittwoch, den 5. August, und geht bis zum Sonntag, den 9. August. 

Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein spannendes Programm mit vielen Workshops für Euch. Mit dabei sind wieder Diskussionen und Workshops zu Themen wie Antifaschismus, Militarismus, Kapitalismuskritik und vieles mehr. 

Auch praktische Tips für die Arbeit vor Ort, Kultur, Party und Zeit für den Austausch mit "alten Hasen" und Leute, die ganz neu dabei sind, werden nicht zu kurz kommen. 

Erste Infos unter  www.antifa-camp.de

Veranstaltende Gruppen: AKKU +++ Antifa AK FH Düsseldorf +++ Antifa-KOK Düsseldorf&Neuss +++ Antifaschistische Aktion Leverkusen +++ Antifaschistische Linke Münster +++ Brunchgruppe Düsseldorf +++ Café Bunte Bilder Düsseldorf +++ Cable Street Beat Düsseldorf +++ Erwin Youth +++ Food not bombs Düsseldorf +++ Infoladen Düsseldorf +++ Krisenherd +++ Stattzeitung Terz +++ T5 Duisburg  

21. Antifa Camp Weimar/Buchenwald vom Samstag den 25.07. - Sonntag den 02.08.2009

Aufruf zum 21. Antifa-Camp Weimar/Buchenwald

Wie alles anfing
Als sich 1990 erstmals einige engagierte AntifaschistInnen trafen, um dem drohenden Verfall der Gedenkstätte des ehem. Konzentrationslagers Buchenwald mit praktischen Arbeitsprojekten und politischer Arbeit entgegenzuwirken, dachte noch keiner an die Entwicklungen und Auseinandersetzungen, die diesen Ort des NS-Verbrechens noch erwarten würden. Damals ging es vordergründig darum zu verhindern, dass sich rechte Kreise mit ihrem Ansinnen durchsetzen könnten, die Gedenkstätte zu schließen oder deren Gesamtaussage im Sinne eines „Geschichtsrevisionismus“, bei dem KommunistInnen und andere Linke als Opfer keine Rolle spielen, zu verändern. 
Das jährliche Antifa-Camp hat sich inzwischen im überregionalem Antifa-Spektrum als Möglichkeit etabliert, praktische Gedenkstättenarbeit, antifaschistische Bildungs- und Aufklärungsarbeit und aktuell antifaschistische Arbeit gemeinsam gestalten und durchführen zu können. 

Gedenkstätte Buchenwald vs. Selbstbefreiung 
Auch in diesem Jahr wird ein zentrales Thema des Antifa-Camps die Auseinandersetzung mit der Gedenkstättenpolitik im Allgemeinen und der geschichtsrevisionistischen Politik der Gedenkstätte Buchenwald im Besondern sein. Organisationen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers haben nunmehr nur noch beratende Einflussmöglichkeiten in die Darstellung der Geschichte und selbst anerkannte und geschichtlich belegbare Fakten werden hinsichtlich der Selbstbefreiung der Häftlinge wissentlich und nachhaltig in der Dauerausstellung der Gedenkstätte marginalisiert und von einzelnen Gedenkstätten-mitarbeitern direkt geleugnet. Wen wundert es da, wenn relativierende Äußerungen von Mitarbeitern der Gedenkstätte bei öffentlichen Führungen á la: „…eine richtige Selbst-befreiung hat es nicht gegeben, das ist kommunistische Propaganda…“ Einzug finden. Die Selbstbefreiung des KZ Buchenwald darf nicht länger durch die Gedenkstätte verleugnet, geschweige denn als Propaganda bezeichnet werden!

Die Situation in Weimar
Dass die Naziszene in Thüringen militant und straff organisiert ist, ist keine Neuigkeit, doch scheint diese sowohl im Bundesland als auch in Weimar eine neue Quali- und Quantität erreicht zu haben. So kam es in Weimar vermehrt zu militanten Angriffen von Nazimobs, bestehend aus 20-30 Nazis, auf Linke und Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, bei denen es mehrfach Schwerverletzte zu beklagen gab. 
Im Superwahljahr 2009 ist es deswegen umso wichtiger, den rechtsextremen Parteien und ihren Verbündeten, den freien Kameradschaften, die Stirn zu bieten und ihre Verankerung in der Gesellschaft zu unterbinden – gerade an einem so geschichtsträchtigem Ort wie Weimar!
Das Andenken an die Opfer der deutschen Barbarei muss bewahrt werden!

Wer sind wir?
Das Antifa-Camp Weimar/ Buchenwald ist ein gleichberechtigter Zusammenschluss von Anifaschistischen Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen vor dem Hintergrund des „Schwurs von Buchenwald“. Ziel des Camps ist die aktive antifaschistische Arbeit und nicht das Aufarbeiten innerlinker Konflikte. Als einzig beschlussfassende Struktur dient das allabendliche Camp-Plenum, bei dem für jede/r TeilnehmerIn die gleichwertige Einflussnahme zur Struktur und Funktion des Camps möglich ist. Alle Teilnehmenden können somit in allen Bereichen des Camps aktiv mitbestimmen und sich verwirklichen. Denn das Camp sind wir alle.

Die täglichen Arbeitsprojekte auf der Gedenkstätte, öffentliche Lesungen antifaschistischer Texte und interessante Veranstaltungen, wie Konzerte oder Lesungen und Diskussions- und Zeitzeugenveranstaltungen, sind weitere Aktivitäten, die das Antifacamp zu bieten hat.
Weimar bietet jedoch auch genügend Aktionspotential für FreundInnen des praktischen Antifaschismus.


Informatives

Das Camp beginnt am 25. Juli und endet am 02. August 2009.

Natürlich können Leute, die nicht über den gesamten Zeitraum bleiben können, auch tageweise vorbeischauen. Der Unkostenbeitrag beträgt 7,00 € pro Tag/TeilnehmerIn (Geländemiete, Miete für sanitäre Einrichtungen, Verpflegung etc.). Zelte und die entsprechenden Campingutensilien (dazu gehört auch das Geschirr!) bitte nicht vergessen. 
Die Anreise ist ab dem 25. Juli ab 10.00 Uhr möglich.

Der Ort des Antifacamps und der Anreisepunkt werden hier rechtzeitig bekanntgegeben.

Von dort wird es einen Shuttle-Dienst zum eigentlichen Campgelände geben.

Quelle & mehr Infos: http://www.buchenwald-camp.antifa.de/Camp%202009/Start.html

Montag, 9. März 2009

Auf den Spuren der Edelweißpiraten

Attac campus Bochum und Bochumer Geschichtswerkstatt laden zu einem Stadtrundgang durch Dortmund am Samstag, den 21.März 2009 ein.
Edelweißpiraten – so nannten sich in den dreißiger und vierziger Jahren Gruppen von Jugendlichen, die gegen die Nazis standen und sich vorwiegend gegen die Hitlerjugend organisiert haben. Sie organisierten sich in Dortmund, aber auch im Ruhrgebiet und
im Bergischen Land und trugen häufig unter dem Hemdenkragen das aus Horn geschnitzte Edelweiß. In Dortmund nannten sich die Edelweißpiraten „Latscher“. Viele ihrer Mitglieder haben Zwangsarbeitern geholfen, Flugblätter gedruckt und von ihnen wurden Lieder gegen die Nazis komponiert. Nach dem Stadtrundgang werden wir noch Gelegenheit haben, die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache zu besuchen.



Treffpunkt: Hauptbahnhof, Bochum
Uhrzeit: 9:00 Uhr
Samstag, 21.03.2009

Das Programm der Geschichtswerkstatt Bochum als pdf-datei.