Sonntag, 19. April 2026

Gesundheit: 66 Sparvorschläge - Bitte Beachten Sie die Risiken und Nebenwirkungen

Fragen Sie Ihre Patientinnen = Verbraucher/Steuerzahler/Arbeitnehmerinnen/Bürger/wirtschaftlich schwach aufgestellte Personenkreise, da andere Sorgen mit und ohne dt. Pass, Pfleger, Ärztinnen, Therapeut, Krankenhäuser-Mitarbeiterinnen und viele mehr.

Bitte genießen Sie die Reformvorschläge von Frau Warken. Beachten Sie die Einnahmedosierungen.

66 Sparvorschläge liegen vor, um mal wieder Haushaltslöcher zu stopfen. Das Versprechen: angeblich sollen diese zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung und der Beiträge führen. Kurzfristig versteht sich.

Stabilisierung der Beiträge in diesem Fall heißt also es geht an Ihren Geldbeutel. Shit-Happens sollten Sie irgendeine Leistung in Zukunft benötigen, die nun wieder mal gestrichen wird und als Privatanliegen deklariert werden soll. Dürfen Sie Extra zahlen.

Darüber hinaus wird Ihr Budget für die Gesundheit in Zukunft weiter nach Außen verlagert und sie dürfen noch mehr private Zusatzversicherungen finanzieren. Sonstige Anliegen sind überbewertet. Ach sie kommen nur so über die Runden: Schade: "Selber Schuld", können Sie verdammt noch mal nicht mehr verdienen? Hauptsache der Bundeshaushalt und der BIP stimmt und es fließt genug Kohle in fortschreitende Militarisierung der BRD. Sie zahlen die Rechnungen, so oder so.

Ja, genau mal wieder dieselben, jene die seit 2017 die jährliche Bundesbeteiligung auf einen Niveau 14,5 Milliarden Euro festlagen und diesen nicht in den vergangen Jahren anhoben, um versicherungsfremde Leistungen aufzufangen. Die, die nur Sonderzuschüsse gewähren in Ausnahmefällen wie z.B. bei der Corona-Pandemie aber ein Sondervermögen für das Militär bewilligen, heißt wenn sie an der Macht sind.

Trotz steigender GKV-Ausgaben (2026: +6,5 %) und Inflation die Bundesbeteiligung seit Jahren konstant halten, was zu einer strukturellen Unterfinanzierung führte. Und bevor das Argument wieder kommt die versicherungsfremden Leistungen in andere Töpfe zu verschieben, sei daran erinnert das der Hauptteil der Steuern von jenen finanziert wird, die sie nun wieder abstrafen wollen, ob Erwerbstätige oder nicht.

Nach wie vor lautet also die Devise: "Es ist eine Scheiß Idee: Menschen, die nicht davon betroffen sind oder werden könnten, die Entscheidung zu überlassen, die die Konsequenzen nicht tragen müssen!"

Denn die Expertenkommission ging von der Prämisse aus, dass eine rein finanz- und beitragsbasierte Reform ausreicht, um die langfristige Stabilität der GKV zu sichern, ohne die zugrunde liegenden strukturellen Probleme wie Überbehandlung, ineffiziente Vergütungssysteme und fehlende Steuerung der Versorgung grundlegend anzugehen. Die Privatisierung des gesundheitlichen Sektors schon okay sei und nicht zu mehr Ungerechtigkeiten und Unterversorgung führte. Es geht also um so genannte Kostendämpfungspolitik und weitere Verlagerungen ins Private nicht um Ihre und meine Gesundheit - Sie verdammter Konsument/Arbeitserbringer.

Schauen wir uns das daher mal also genauer an:

Auswirkungen auf die Patientenversorgung
Die Vorschläge der Gesundheitskommission hätten erhebliche negative Auswirkungen auf die Patientenversorgung, insbesondere im ambulanten Bereich.

Wegfall von Millionen Arztterminen: Die Streichung der Vergütungen für die offene Sprechstunde und die schnelle Terminvermittlung (TSVG) würde nach Ansicht von Fachärzteverbänden wie dem SpiFa und der KBV dazu führen, dass Praxen ihre Leistungen an die reduzierten Mittel anpassen müssen. Dies bedeutet konkret: weniger kurzfristige Termine und eine Verschlechterung der Akutversorgung.

Verschlechterung der fachärztlichen Grundversorgung: Die Pläne treffen vor allem die sogenannten grundversorgenden Fachärzte (z. B. Augen-, Haut-, Frauen-, HNO-, Urologen). Sie warnen vor einem Rückgang der verfügbaren Termine, längeren Wartezeiten und Leistungskürzungen, was die Versorgung von rund 75 Millionen gesetzlich Versicherten gefährde.

Rückbau der Ambulantisierung: Die geplante Begrenzung der extrabudgetären Vergütung für ambulante Operationen und Vorsorgeuntersuchungen (z. B. Hautkrebsscreening) wird als Rückschritt kritisiert. Experten befürchten, dass Patienten von potenziell lebensrettenden Screenings ausgeschlossen werden und das kosteneffiziente Ziel der Ambulantisierung torpediert wird.

Verlagerung in teurere Bereiche: Durch die Schwächung der ambulanten Versorgung – dem Rückgrat der medizinischen Betreuung – droht eine Verlagerung von Patienten in den teureren stationären Bereich, was die Gesamtkosten des Systems letztlich erhöhen könnte.


Betroffene Fachgebiete


Die grundversorgenden Fachärzte wären am stärksten von den Sparvorschlägen betroffen. Konkret handelt es sich um: 
  • Urologen
  • Dermatologen (Hautärzte)
  • Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (HNO)
  • Augenärzte
  • Gynäkologen (Frauenärzte)
  • Orthopäden
  • Neurologen
  • Psychiater

Diese Fachgebiete werden besonders hart getroffen, da die geplanten Kürzungen – insbesondere der Wegfall der extrabudgetären Vergütung für offene Sprechstunden und schnell vermittelte Termine nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) – direkt ihre finanziellen Grundlagen untergraben. Die Verbände warnen, dass dies unweigerlich zu weniger kurzfristigen Terminen, längeren Wartezeiten und einer Verschlechterung der Akutversorgung führen wird.

Schon vorab gab es Einschnitte, die zu einer Privatisierung im deutschen Gesundheitswesen führten, diese sind:

Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) 1992: Einführung von Fallpauschalen (DRG-System) und Abschaffung des Selbstkostendeckungsprinzips im Krankenhausbereich. Dies schuf Anreize für Gewinnwirtschaft und ermöglichte privaten Trägern den Markteintritt.

"Dritte Stufe" der Gesundheitsreform (1996/97):
Ein starker Schub der Privatisierung von Krankenbehandlungskosten durch kräftige Erhöhung und Dynamisierung von Zuzahlungen und Selbstbehalten.

Einführung der Pflegeversicherung (1995):
Konzipiert als "Teilkaskoversicherung", öffnete sie den Markt für private Anbieter, die seitdem einen Großteil der Pflegeheime und ambulanten Dienste betreiben.

Wettbewerb der Krankenkassen: Die Einführung der freien Kassenwahl und des Wettbewerbs um Zusatzbeiträge verwandelte Versicherte in "Versicherungsrisiken" und förderte eine marktwirtschaftliche Ausrichtung.

Siehe hierzu auch u.a.:


Wie sollte/könnte es aussehen:

  • Der Mensch muss im Vordergrund stehen.
  • Gemeineigentum und Selbstverwaltung: Pharma-, Bio- und Medizintechnikunternehmen sowie Krankenhäusern müssen wieder ins Gemeineigentum überführt werden, verwaltet durch gewählte Vertreter der arbeitenden Bevölkerung und der Patient:innen.
  • Kostenlose Versorgung: Die Umsetzung eines kostenlosen, staatlichen Gesundheitssystems, das nicht durch Arbeitnehmerbeiträge, sondern durch Besteuerung von Profiteuren (Großbanken, Konzerne) finanziert wird.
  • Prävention und Sozialfaktoren: Die Anerkennung, dass Gesundheit maßgeblich von Arbeitsbedingungen, Wohnverhältnissen und Umweltfaktoren abhängt, weshalb eine ganzheitliche Gesundheitspolitik notwendig ist, die über rein medizinische Behandlungen hinausgeht.
  • Kein Wettbewerb: Die Abschaffung des Wettbewerbs zwischen Kassen, Versicherern und Industrie, da dieser zu Überversorgung bei „profitablen" Behandlungen und Unterversorgung bei notwendigen, aber weniger lukrativen Maßnahmen führt.

Weitere Grausamkeiten seitens der Regierung sind leider zu erwarten, siehe hier zu: Paritätischer enthüllt internes Arbeitspapier: Drastische Kürzungspläne gefährden Leistungen für Menschen mit Behinderungen, Kinder und Familien

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