the Nazis, deutschsprachige Ausgabe 2022) analysiert die Verstrickung der reichsten deutschen Unternehmerdynastien mit dem Nationalsozialismus und deren langfristige Folgen. Der niederländische Journalist untersucht am Beispiel der Familien Quandt, Porsche, Flick, von Finck, Oetker und Reimann, wie diese den Aufstieg Hitlers finanziell unterstützten, sich durch Arisierung jüdischen Eigentums und den Einsatz von Zwangsarbeit bereicherten und nach 1945 ihre Vermögen behielten.
Zentral ist die These, dass die meisten dieser Unternehmer keine überzeugten Ideologen, sondern skrupellose Opportunisten waren, die das Regime nutzten, um ihre Macht und ihren Reichtum massiv zu erweitern. Nach dem Krieg entkamen viele den Konsequenzen durch sogenannte Persilscheine oder weil sie für den Wiederaufbau und den Kalten Krieg als nützlich erachtet wurden. Die Erben dieser Dynastien genießen bis heute die finanziellen Vorteile, während sie sich der öffentlichen Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte oft nur widerwillig oder in anonymisierten Kommissionen stellen.
Zentral ist die These, dass die meisten dieser Unternehmer keine überzeugten Ideologen, sondern skrupellose Opportunisten waren, die das Regime nutzten, um ihre Macht und ihren Reichtum massiv zu erweitern. Nach dem Krieg entkamen viele den Konsequenzen durch sogenannte Persilscheine oder weil sie für den Wiederaufbau und den Kalten Krieg als nützlich erachtet wurden. Die Erben dieser Dynastien genießen bis heute die finanziellen Vorteile, während sie sich der öffentlichen Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte oft nur widerwillig oder in anonymisierten Kommissionen stellen.
Das Buch zeichnet sich durch eine erzählerische Sprache aus, die komplexe wirtschaftliche und historische Zusammenhänge zugänglich macht, kritisiert aber auch gelegentliche Spekulationen über die psychologischen Motive der historischen Figuren. Es dient als Einstieg in die Thematik der unternehmerischen NS-Verstrickung und beleuchtet die Kontinuitäten von Macht, Reichtum und moralischer Verdrängung bis in die heutige Zeit.
Quellen & weiter Infos:
- Ursula Weidenfeld: Reich durch Puddingpulver und Zwangsarbeit, Deutschlandfunk 21.05.2022
- Julia Hubernagel: Braun bis ins Mark, taz 10.08.2022
- Ela Maartens, Verena Nees: „Braunes Erbe“ von David de Jong: Wie Hitlers Geldgeber noch heute im Geschäft sind, WSWS 20.10.2022
- Webinar Attac AG gegen Rechts: "Braunes Erbe – Wie die reichsten Unternehmerdynastien am Nationalsozialismus Geld verdienten", 08.08.2023
- Offizielle Buchseite beim Verlag Kiepenheuer & Witsch: https://www.kiwi-verlag.de/buch/david-de-jong-braunes-erbe-9783462006704
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